Am Pfingstmontag war es soweit. Die Beteiligung des HSV an der Frauen-Bundesliga ist nun Geschichte. Mindestens für zwei Jahre, vermutlich sogar einige Zeit länger, wird der HSV kein Team in der höchsten Klasse stellen. Aus wirtschaftlichen Gründen hatte sich der Verein zu diesem Schritt entschlossen. Zum letzten Spiel reiste der HSV-Tross nach Aschheim bei München, um dort das letzte Pflichtspiel überhaupt auszutragen. Nicht mit dabei waren Lena Petermann, Christine Schoknecht, Louisa Nöhr, Kristina Brenner und Henrike Meiforth. Sie waren aus unterschiedlichen Gründen in Hamburg geblieben. Eine, bei der man vor knapp zwei Wochen noch fürchten musste, dass auch sie fehlen würde, war dabei: Kapitän Janina Haye.
Sie hatte ihren Bänderriss in Rekordzeit so weit in den Griff bekommen, dass sie unter der Woche wieder trainieren und in München sogar 90 Minuten spielen konnte. Als Special-Guest war auch Ruslan Remmele, bis letzte Saison Masseur des Team, mitgereist.
Der HSV spielte deutlich besser, als noch in der Pokalpartie. Allerdings hatte München auf etliche Stammspielerinnen verzichtet bzw. verzichten müssen. Carolin Simon trat nach knapp zwei Minuten einen guten Freistoß, doch Veronika Gratz hielt sicher. Der HSV hatte Glück – und eine gut aufgelegte Bianca Weech im Tor. Beides sorgte dafür, dass Bayerns Versuche nach 7 bzw. 22 Minuten erfolglos blieben. Beim HSV probierten sich Aferdita Kameraj, Carolin Simon und Silva Lone Saländer – ohne Erfolg.

Von rechts flankt Sylvie Banecki, Clara Schöne köpft zu Bianca Weech

Diese kommt zwar an den Ball...

...kann dem Ball aber nicht mehr die gewünschte Richtung geben. Das 1:0 in der 27. Minute
Kurz vor der Pause traf München erneut.

Flanke Lena Lotzen...

Ivana Rudelic drückt den Ball ins Tor. Das 2:0 mit dem Pausenpfiff
Zur Zweiten Halbzeit kamen beide mit unverändertem Personal.
Jessica Wich schoss nach 2 Minuten knapp links am Tor vorbei, Janina Haye zielte mit ihrem Freistoß genau auf Veronika Gratz.
Dann der historische Moment in der 57. Minute. Silva Lone Saländer trat einen Freistoß hoch in den Strafraum. Der Ball wurde abgewehrt und kam zu Janina Haye. Mit einem sehenswerten Schuss traf diese zum 2:1. Trotz ihrer langen Karriere beim HSV war dieses ihr erstes Tor in einem Bundesligaspiel.

Janina Haye holt aus

Sie trifft den Ball perfekt

Das 2:1 durch Janina Haye

Im letzten Spiel gelang ihr endlich ein Bundesligator

Und dann gab noch einen drauf: Haye zählt laut Eins, Zwei, Drei...und...!!!!

...das Team zieht die Trikots aus!!!
Ja, ganz aus. Ich zeige das nicht. Aber die obige Andeutung reicht, um es sich vorstellen zu können. Die Fans waren begeistert, lauter Jubel ertönte.

Vollkommen korrekt zeigte die gut leitende Schiedsrichterin Ines Appelmann einer Spielerin stellvertretend die Gelbe Karte. Es traf Nina Brüggemann. Beide, auch die Schiedsrichterin, nahmen es mit Humor.
Dann ging das Spiel weiter. Maja Schubert hatte noch eine Chance, doch der Ball wurde vor der Linie abgewehrt. Das Tor hätte allerdings nicht gegolten, da Ines Appelmann eine Attacke gegen die Torhüterin geahndet hatte. Ihr vielleicht einziger Fehler ins der Partie. Aber, es wäre eh kein Tor gewesen.

Sarah Hagen ist in der 65. Minute durch

Das 3:1

73. Minute: Ivana Rudelic flankt von links, Lena Lotzen trifft zum 4:1
Das Spiel ging hoch verdient mit 4:1 an Bayern München.
Dann gab es den Abpfiff. Für dieses Spiel – und für das Team des HSV.

Vom Fanclub gab es für jede Spielerin eine Rose. Eine schöne Geste
Es folgte die Verabschiedung beider Teams. Stationsprecher Tobias Pretsch fand passende Worte für den HSV, alle Zuschauer und das Team des FC Bayern spendeten dem HSV einige Munuten lang großen Applaus. Danach wurde das Team des FC Bayern geehrt.
Fotos hiervon und vom Spiel gibt es in der Galerie.
Der HSV belegt damit sportlich Platz 9, eine Platzierung die in der Sammlung noch fehlte. In der Schlussrechnung wird das HSV allerdings auf Rang 12 eingestuft werden. Neben dem HSV steigt Lokomotive Leipzig ab, das mit 0:8 in Potsdam, beim Deutschen Meister, verloren hat.
Statistik:
FC Bayern München: Gratz, Mirlach, Cross, Huyleur, Schöne, Rudelic, Wörle (61. Paukner), Lotzen, Banecki (75. Puntigam), Romert, Hagen (70. Hartmannsegger)
Hamburger SV: Weech, Brüggemann, Haye, Simon (53. Schubert), Kameraj, Engel, Ewers (53. Freese), Saländer, Bagehorn (46. Hepfer), Wich, Timmermann
Zuschauer: 867
Tore: 1:0 Schöne (27.), 2:0 Rudelic (44.), 2:1 Haye (57.), 3:1 Hagen (65.), 4:1 Lotzen (73.)
Schiedsrichterin: Ines Appelmann (Alzey), assistiert von Sonja Kuttelwascher und Hanna Schlemmer
Gelbe Karten: Cross, Wörle / Haye, Brüggemann
diesen Text habe ich gerade an Marisa geschrieben, vllt klappt es ja doch noch mit einem Abschiedsspiel. Ihr könnt gerne bei der Umsetzung helfen.
Hey Marisa,
meine Idee ist es, in einem Freundschaftsspiel „Auswahl Hamburger Verbandsligisten vs HSV“ eine hohe Medien- und Zuschauerpräsenz zu generieren und Nachhaltig auf die irre Entscheidung des HSV Vorstandes zu reagieren. Hamburgs Fußballerinnen sind fassungslos. Ich bin mir sicher, es wird damit ein deutliches Zeichen gesetzt.( auch wenn euch das im Moment nicht wirklich weiter hilft )
Die Zuschauereinnahmen gehen als Spende in eure Abschlußfahrt. Um Stadion, Schiedsrichter, Medien e.t.c kümmere ich mich.
Als einziger Termin bleibt leider kommender Donnerstag, danach beginnt bei uns die Rasen Regeneration.
Es wäre toll, wenn ihr eine Mannschaft zusammen bekommen würdet, ich verspreche euch einen unvergesslichen Abend.
LG, Norman
@Ute
So sehe ich das auch. Ist auch eine Frage des Charakters der Verantwortlichen.
Dieser Verein hatte mir einst sehr viel bedeutet. Jetzt habe ich drei Buchstaben in entsprechender Reihenfolge aus meinen Sinn gestrichen, denn: „Sie leben lustig weiter, als wäre nichts gescheh’n“. Auch weiter über ihre Verhältnisse.
.. und das Schlimmste ist, dass der HSV es nicht mal für nötig hält für die langjährigen Spielerinnen, ehrenamtlichen Helfer und auch für die langjährigen Fans und Zuschauern ein Abschiedsspiel o.ä. zu organisieren. Da haben ganz viele Menschen viele Jahre ganz viel Zeit und Engagement in den HSV Frauenfussball gesteckt – und dann wird das von heut auf morgen ohne irgendein Danke vom HSV eingestampft. Was für ein Armutszeugnis. Daran sieht man mal wieder was diese Menschen für die HSV Führung für eine Stellenwert haben..
Bitter, bitter kann ich da nur sagen..
Lieber Kuddel,
auch von mir ein Danke an Dich für die tollen Berichte udn Fotos in den letzten Jahren. So viel Engagement hätte man sich vom HSV Management gewünscht…
Auf diesem Weg auch an alle Spielerinnen ein riesengrosses „DANKE“ für die letzten 12 Jahre in denen Ihr uns auf dem Platz immer wieder viel Freude und viele aufregende und schöne Stunden bereitet habt….
Ihr habt es nicht verdient vom HSV so behandelt zu werden!!!!
Lieben Gruß Ute Weech
Hallo Kuddel,
nochmal vielen Dank für die umfangreiche Berichterstattung zum letzten Spiel in München.
Es hat mich nochmal emotional sehr berührt und ich grüße alle aus der Ferne, die mit diesem Team und auch mit mir in den letzten 12 Jahren viel erlebt haben !
lieber kuddel,
nochmals ein riesengrosses dankeschön für deine tollen berichte und fotos…
von margot saländer