Die 1. B-Mädchen haben den Titel verteidigt. Gegen den FC Union Tornesch, dem frisch gekürten und heute geehrten Hamburger Meister 2012 kam die Mannschaft von Mareike Geidies und Tanja Krause zu einem 3:2 Erfolg. Dabei musste der HSV bei seiner Aufstellung improvisieren. Der Schock kam vorletzte Woche. Torhüterin Alicia verletzte sich im Training am Knie. Nicht hoch dramatisch, aber es war klar, dass es mit der Teilnahme am Pokalendspiel sehr eng werden würde. Alicia versuchte viel, doch es reichte leider nicht. Sie musste am Samstag gegen den FC Union Tornesch passen. Somit stand das Team des HSV ohne etatmäßige Torhüterin da.
Schließlich wurde Marilén zur Nr. 1 für das Pokalspiel auserkoren. Klar, dass jede gelungene Aktion von ihr von der Bank um dem eigenen Anhang lautstark bejubelt wurde.
Aber auch Jana, lange verletzt und zusätzlich durch Urlaub noch mit Trainingsrückstand, spielte nicht. Anika war ebenfalls noch zu kurz im Training. Na, wie gut, das der Kader groß ist und sich gute Alternativen fanden. Los ging es mit Marilén, Lina, Mathilda, Evelyn, Larissa, Janita, Paulina, Malin, Henrike, Johanna und Alina. In der zweiten Halbzeit sollten noch Laura, Lara, Nadia und Phuong Uyen in die Partie kommen. Mehr war dann nicht erlaubt, sodass Léa, Jana und Julia nicht mehr zum Einsatz kamen.
Das Spiel begann mit einem Schuss von Alina, den Ronja im Nachfassen parieren konnte. Im Gegenzug probierte es Yasmin, doch Marilén hielt den Ball sicher fest. Ein Schuss von Johanna verfehlte dann das Tor von Tornesch (4.).
In der 9. Minute gab es Freistoß für Tornesch.

Carla tritt den Freistoß. Eine Mauer musste sie nicht überwinden...

Der Ball kommt hoch auf das Tor

Und landet im HSV-Tor. Warum weder die Abwehrspielerinnen, noch Marilén zum Ball gingen, entzieht sich meiner Kenntnis. Fehlende Absprache? Blendete die Sonne? So stand es 0:1

Große Freude bei Tornesch

Carla wird gefeiert
Der HSV spielte weiter offensiv. Ich meine ein ganz leichtes optisches Übergewicht für den HSV feststellen zu können. Klasse fand ich, wie sich Tornesch, nachdem der Ball dem HSV abgenommen wurde, mit überlegtem Kurzpassspiel wieder Richtung HSV-Spielhälfte vorkämpfte. Da wurde kein Ball sinnlos oder auf Verdacht nach vorn gedroschen. Spielerisch gut gemacht und schön anzuschauen. Es wurde klar, warum dieses Team in der Verbandsliga eine tolle Rolle gespielt hatte und sich den Meistertitel hatte sichern können. Am Strafraum war dann aber in der Regel Schluss. Die Defensive des HSV stand zumeist gut und so bekam Marilén nicht sonderlich viel zu tun. Ronja schon eher. Immer wieder probierten es Alina, Johanna oder Malin mit Torschüssen. Ein Versuch von Johanna ging in der 14. Minute rechts am Tor vorbei.

15.: Johanna tritt einen Eckstoß

Der Ball nimmt eine hohe Flugkurve

Ronja kann nicht verhindern, dass der Ball zur hinter ihr postierten Paulina kommt

Paulina drückt den Ball über die Linie

Der meiner Ansicht nach verdiente Ausgleich
Der HSV kam zu weiteren Chancen. Johanna schoss in der 18. Minute einen Meter links am Tor vorbei. Vier Minuten später bediente Henrike Alina, die aber leicht verzog, sodass der Ball rechts am Gehäuse vorbei flog. Dann lief Alina auf das Tor von Tornesch zu. Ronja musste weit heraus, um Alina abzudrängen. Das Tor war dadurch verwaist. Alina legte zu Johanna ab, deren Schuss aber deutlich vor der Linie noch abgefangen werden konnte.
Tornesch kam zwar seltener in die HSV-Hälfte, aber gänzlich ungefährlich war das nie. Nach 32 Minuten spielte Tornesch im Mittelfeld einen Freistoß quer zur frei stehenden Tomke. Malin stand weit weg, versuchte aber noch heranzukommen. Doch es reichte nicht. Tomke kam unbedrängt zum Torschuss und traf.

Erneut sah der HSV nach einem ruhenden Ball nicht souverän aus. Marilén versucht noch an den Ball von Tomke zu kommen

Vergebens

Schön anzusehen, wenn auch etwas unerwartet, die erneute Führung durch Tomke
Der HSV drängte weiter. 35.: Paulinas Schuss geht über das Tor. 37.: Ronja kann im Nachfassen einen Schuss von Alina entschärfen. 38.: Alina bedient Malin. Deren Schuss ist zu hoch angesetzt. Dann war Halbzeit.
Beide Teams tauschen auf einer Position. Beim HSV kam Laura für Henrike.
Der HSV machte jetzt deutlich mehr Druck. 20 Minuten lang kam Tornesch nicht mehr in Nähe des HSV-Tors, ja kaum noch aus der eigenen Hälfte. Der HSV erspielte sich dafür etliche Gelegenheiten.
43.: Paulina schickt Alina, die aus sechs Metern, nur noch Ronja vor sich, über das Tor schießt.
45.: Johanna gibt eine Ecke herein, Paulina kommt aus fünf Metern zum Abschluss – drüber.
46.: Paulina trifft die Querlatte
47.: Larissa trifft die Querlatte
49.: Alina schießt links am Tor vorbei
50.: Larissa verfehlt aus 30 Metern das Tor nur knapp
51.: Alina bedient Janita, deren Schuss recht deutlich rechts am Tor vorbei geht

Exemplarisch der Lattentreffer von Larissa

Ronja war wohl noch leicht am Ball
Nach Chancen wäre der Ausgleich längt fällig gewesen. Aber, dann durfte der HSV froh sein, nicht mit 1:3 hinten zu liegen.

Den ersten wirkungsvollen Konter der Halbzeit schließt Carla mit einem Heber über Marilén hinweg ab

Der Ball landet auf dem Tornetz. Wer weiß, wie die Partie ausgegangen wäre, hätte Carla hier getroffen
So blieb der HSV am Drücker. Und endlich gelang der Ausgleich.

Alina setzt sich links durch und bedient Lara

Deren Schuss findet den Weg ins Tor zum 2:2-Ausgleich nach 66 Minuten

Jubel und Erleichterung beim HSV
Tornesch startete jetzt den zweitbesten Angriff dieser Halbzeit. Ein hoher Ball flog quer durch den Fünfmeterraum, doch Nadia konnte vor Carla zur Ecke klären.
In der 70. Minute gelang Alina in einer Einzelaktion das 3:2.

Erneut ist Alina nicht zu halten und kommt zum Abschluss

Der Ball geht über Ronja hinweg ins Tor

Die aufgrund der starken Leistung in der 2. Halbzeit verdiente Führung
Drei Minuten später war Alina im Strafraum frei vor Ronja, zirkelte den Ball jedoch knapp links am Pfosten vorbei. Das hätte gut und gern das 4:2 sein können.
Tornesch hatte in der 76. Minute eine letzte Gelegenheit, doch nach einer recht unübersichtlichen Situation vor dem HSV-Tor hatte schließlich Marilén den Ball gesichert. Für die Schlussminuten nistete sich der HSV vor dem Tor von Tornesch ein, kam zu etlichen Ecken und ließ Tornesch nicht mehr aus deren eigener Hälfte. Es folgte der umjubelte Schlusspfiff.

Nach dem Schlusspfiff
Insgesamt war es eine spannende, stets faire Partie. Tornesch verkaufte sich gut. Der HSV schaffte drei Tore gegen den Hamburger Meister. Dank einer deutlichen Steigerung in der 2. Halbzeit finde ich, ist der HSV der verdiente Sieger über einen starken Gegner aus Tornesch. Trainerin Mareike Geidies haderte mit der Leistung in der ersten Spielhälfte, zeigte sich mit dem 2. Durchgang aber sehr zufrieden.
Nach Spielende wurden beide Teams geehrt. Der HSV als Pokalsieger, der FC Union Tornesch als Hamburger Meister der B-Juniorinnen Verbandsliga Hamburg. Dafür Glückwunsch nach Tornesch. Bilder dazu gibt es in der Galerie.